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Das PLM-Fortschrittsmodell
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Eine gewinnbringender Einsatz von PLM setzt voraus, dass die Auswahl der aufeinanderfolgenden Teilprojekte sich an dem größtmöglichen Nutzen für das Unternehmen orientieren und zum anderen die Abhängigkeiten zwischen PLM-Aspekten berücksichtigt werden. Bevor z.B. ein Teilprojekt initiiert wird, das die Verfügbarkeit von Dokumenten außerhalb des Unternehmens zum Ziel hat (z.B. über eine Internet-Anwendung), empfiehlt es sich zunächst ein Teilprojekt durchzuführen, in dem ein unternehmensinternes Dokumentenmanagement umgesetzt wird. Das im Projekt PDM² entwickelte Werkzeug "PLM Forschrittsmodell" unterstützt Unternehmen in der PLM-Readiness-Phase:

 

Das PLM-Forschrittsmodell.

 

Die Idee, die dem PLM-Forschrittsmodell zugrunde liegt, leitet sich aus Modellen ab, die aus dem Bereich der Softwareentwicklung stammen und dort für die Bewertung der Qualität und Produktivität des Softwareentwick-lungsprozesses eines Softwareunternehmens dienen. Die Einteilung des Entwicklungsprozesses eines Unternehmens in eine Reifegradstufe wird häufig für die Auswahl von Softwarelieferanten eingesetzt.

 

Das PLM-Fortschrittsmodell besteht aus einem Fragenkatalog und einer Abbildung von Abhängigkeiten einzelner PLM-Aspekte. Über die einzelnen Fragen zur Umsetzung der PLM-Aspekte hinaus enthält der Fragenkatalog noch Fragen zur Infrastruktur im Unternehmen und zu unternehmensspezifischen Randbedingungen. Anhand dieser Fragen lässt sich zunächst für die einzelnen PLM-Aspekte, wie z.B. Dokumentenmanagement oder Änderungsmanagement, der Ist-Zustand bzw. Reifegrad des Unternehmens für diesen Aspekt bestimmen. Fragen aus dem Bereich Dokumentenmanagement können z.B. wie folgt lauten:

 

• In welcher Form wird die Mehrzahl der Dokumente abgelegt ? Als Papierdokument oder als Datei ?

• Können Dokumente nach unterschiedlichen Merkmalen gesucht werden (z.B. Autor, Titel, Erstellungsdatum)?

• Sind Dokumente für Mitarbeiter auch außerhalb des Unternehmens verfügbar ?

 

Die Auswertung der Fragen ergibt eine Menge von PLM-Aspekten, welche direkt umgesetzt werden können, d.h. für die keine Umsetzung eines anderen PLM-Aspektes notwendig ist. Unter Berücksichtigung der unternehmens-spezifischen Randbedingungen können diese Aspekte in ihrer Bedeutung für das Unternehmen gewichtet wer-den. So legt ein Unternehmen, das vorwiegenden Einzelfertigungen mit einer hohen Fertigungstiefe vornimmt, auf andere PLM-Aspekte Wert, als Unternehmen mit geringer Fertigungstiefe mit vorwiegender Großserienfertigung. Mit Hilfe einer nachfolgenden Nutzenanalyse der identifizierten PLM-Aspekte kann das Thema des nächsten Teilprojektes festgelegt werden.

 

Da die einzelnen PLM-Aspekte allerdings untereinander Abhängigkeiten besitzen, muss zunächst noch geprüft werden, ob die vorrangigen PLM-Aspekte einen genügenden Reifegrad besitzen und eventuell das Verbesserungsziel zuerst an dieser Stelle anzusetzen.

 

Zum Beispiel wird Einführung eines Dokumentenmanagementsystems als nächster Schritt mit den größten Nutzen beim aktuellen Reifegrad ermittelt. Eine Prüfung der vorausgehenden PLM-Aspekte, wie etwa der Klassifizierung und Benennung zeigt jedoch, dass diese noch nicht den benötigten Reifegrad besitzen, so dass zunächst noch die Optimierung im Bereich Klassifizierung und Benennung, wie z.B. des Klassifizierungssystems durchgeführt werden sollte.


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